Katharina Klement
Peripheries CD
(Gruenrekorder Gruen 173)

Katharina Klement konnte während eines sechswöchigen Stipendiums in Belgrad das Basismaterial für die vorliegende CD sammeln. Dabei ist ihr als Besonderheit der Großstadt der abrupte und unmittelbare Wechsel von urban verdichteten Zonen hin zu Peripherien aufgefallen, für den sie auch klangliche Entsprechungen (laut/hektisch – leise/detailiert) gefunden hat. Ihre kompositorische Methode beschrieb sie so: „I designed a score by using my city map: The location of my apartment was the center, around which I drew eight concentric circles. During the compositional process, all the recordings from each of these rings were combined into one layer, resulting in eight musical layers.“ Eine gewisse Grunddichte hat die Komposition aufgrund scapiger Außenaufnahmen, wie Rauschen, Verkehrsgeräusche und ähnliches. Auf dieser Folie werden prägnante Klangereignisse positioniert, wie Ausschnitte aus Interviews mit Bewohnern der Stadt, thematische Geräusche oder elektronische Pulse und Knistereien. Ähnlich wie den von der Künstlerin als unmerklich wahrgenommenen Übergängen zwischen den verschiedenen Zonen der Stadt vollzieht sich im Klanggeschehen der fließende Übergang von Vorder- und Hintergrund, wenn zum Beispiel ein zunächst als Textur empfundenes Szenario aus spielenden Kindern zuerst mit abstrakten elektronischen Pulsen versetzt wird, sich dann aber als eigentliche Erzählung in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit schiebt. Von diesen clever montierten Wandlungen gibt es einige, sie machen aus der Arbeit weit mehr als nur die berühmte akustische Postkarte eines spezifischen Ortes.
Zipo
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