{"id":6052,"date":"2018-07-01T18:44:14","date_gmt":"2018-07-01T16:44:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/?p=6052"},"modified":"2018-07-23T19:31:18","modified_gmt":"2018-07-23T17:31:18","slug":"incoming-data-07-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/incoming-data-07-2018\/","title":{"rendered":"incoming data 07\/2018"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6055\" src=\"https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/RecitalThirtyNine-300x267.jpg\" alt=\"\" width=\"168\" height=\"150\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6057\" src=\"https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ACLE1022.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ACLE1022.jpg 300w, https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ACLE1022-290x290.jpg 290w, https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ACLE1022-50x50.jpg 50w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p>Hier folgt eine kursorische Erfassung gesammelter bereits gut abgehangener Einsendung, ohne jegliche stilistische Vorsortierung. Bitte selbst einordnen!<br \/>\nFlie\u00dfende Minimal-Tonperlen gibt es vom jungen US-amerikanischen Komponisten Michael Vincent Waller auf <strong>Trajectories<\/strong> (Recital Thirty Nine, CD). Glasklar vorgetragen vom Painisten R. Andrew Lee (und dem Cellisten Seth Parker Woods in den Duost\u00fccken) breitet sich eine friedliche und gediegene Stimmung aus; ernst aber nicht zu aufgebl\u00e4ht. Waller wurde seinerzeit von Phill Niblock entdeckt, die Liner Notes hier stammen von &#8222;Blue&#8220; Gene Tyranny. 14 Tr\u00e4umereien haben Frank Meyer und Roman Leykam auf nebbia (Frank Mark Arts, CD FMA 1731, CD) zusammengetragen. Sie pendeln zwischen New Age Momenten, Traumlandschaften a la Jon Hassell und idiosynkratischen Melodiesch\u00f6pfungen, die auch jenseits westlicher Traditionen ein offenes Ohr haben (z.B. <strong>Particle Zoo<\/strong>). Kraftvoll auf der Modular Synth Welle schwimmt das Projekt Circuitnoise mit <strong>Corrupted Cloud Transmissions<\/strong> (Attenuation Circuit, ACLE 1022, CDR). Die sieben St\u00fccke tragen alle etwas schusselige Namen aus den Irrungen der Informationstechnologie, die Musik ist daf\u00fcr aber umso organischer, direkter und bewegter. Bisweilen erinnert die zupackende Art der St\u00fccke an die Musik eines Kevin Drumm, ohne allerdings in beliebigen Noise abzudriften. Alles bleibt kompakt und mit einem melodi\u00f6sen Grundstock versehen. Bernd Leukert vermag es, in seiner akusmatischen Musik handwerkliches Geschick und den Sinn f\u00fcr Humor zu verbinden. Gerade letzteres fehlt oft ind er ernsten Welt der Lautsprecehrkompositionen. <strong>Der Uhu des Ihi<\/strong> (World Edition 0013, 2xCD) versammelt Arbeiten Leukerts aus dem Zeitraum 2007-2009, die z.T. als einzelene Werke f\u00fcr sich stehen, im Fall den in Wildwechsel versammelten &#8222;Kapiteln&#8220; aber auch gr\u00f6\u00dfere Erz\u00e4hlungen ergeben. Es mag an Leukerts Vergangenheit als erfahrener &#8222;Radiomann&#8220; leigen, das fast allen St\u00fccken ein tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Dramaturgie, sinnhafte Br\u00fcche und lustvolles Zitieren gemein ist. Der Umgang mit konkreten Kl\u00e4ngen, mit Samples aus der musikalischen Moderne, mit Sprache ist verspielt und ernst zugleich und kombiniert die Materialanalyse eines Pierre Henry mit unorthodoxen Methoden der Klangmanipulation bei Robert Normandeau. <strong>Eins bis sechzehn<\/strong> (Cronica Electronica 69, CD) dokumentiert eine Gemeinschaftsarbeit des Klangk\u00fcnstlers Ephraim Wegner und der Photographin Julia Weinmann, die an der KHM K\u00f6ln entstanden ist. Die fantastischen Fotografien zeigen Aufnahmen verlassener und zerst\u00f6rter Hotels, einzelne Bilder sind zu sechs Leporello-Serien zusammengefasst. Dazu schafft Wegner eine abstrakte Klanglandschaft, die mal reduziert-minimalistisch und mal konkret und ger\u00e4uschhaft klingt. In einzelnen Phasen hat es den Anschein, als seinen in den Ruinen slebst Ger\u00e4usche erzeuigt worden; etwas, un dem ein wackliger Fensterladen vom Musiker hin- und herbeweget wurde dies mikrofoniert worden ist. Hier k\u00f6nnen wir uns aber auch t\u00e4uschen&#8230; Die letzte Ver\u00f6ffentlichung des inzwischen inaktiven K\u00fcnstlerlabels non visual objects war gleichzeitig auch eine der sch\u00f6nsten. Die Rede ist von Asher\/Forum und der Arbeit <strong>selected passages<\/strong> bzw. <strong>set.grey<\/strong> (non visual objects, nvo 23, CD). Asher bietet uns f\u00fcnf haunted Klavierpassagen, die von nostalgischem Rauschen umwoben werden, das mal st\u00e4rker und mal schw\u00e4cher ist, dem Ganzen aber eine griffige Textur und Patina verleiht. <strong>set. grey<\/strong> von Forum versteht sich als Studie eines &#8222;generativen Soundscapings&#8220;, bei dem die Bewegung hin zur v\u00f6lligen Reduktion geht, in dem alles unn\u00fctzes Material verworfen wird. Da die zwei Movements bereits mit geringer Grundausstattung auskommen (glockige Bass-Kl\u00e4nge, ein leichtes Summen, solche Sachgen halt..) endet das zweite St\u00fcck konsequenterweise in der v\u00f6lligen Aufl\u00f6sung. Gaudenz Badrutt z\u00e4hlt, wie zum Beispiel Gregory B\u00fcttner auch, zu einer Generation von Elektronikmusikern, die ihren Ger\u00e4tepark wie ein Live-Instrument einsetzten uns vermehrt im Kontext improvisierter Musik operieren. Die Aufnahme <strong>Rotonda<\/strong> zeigt Badrutt im Trio mit dem Schweizer Akkordeonisten Jonas Kocher und dem russischen Saxophonisten Ilia Belorukov, der die Aufnahme auch gemischt und (vermutlich) herausgegeben hat (intonema, int016, CD). Wir h\u00f6ren \u00fcber knapp 50 Minuten vor allem verwischte Texturen, griffig und grobk\u00f6rnig, manchmal von einem schrillen Einzelton durchbrochen, in G\u00e4nze aber vor allem stark durch den inneren Zusammenhalt und das uneitle Gemeinsame der Musiker. Das CD-Cover zeigt eine Wand mit D\u00fcbeln und Baustrichen, etwas rohes und unfertiges also &#8211; das passt als Bild sehr gut zu diesen Kl\u00e4ngen. Ebenfalls in die Fl\u00e4che hinein improvisiert die franz\u00f6sische Kombo Sakay auf <strong>Antipodes<\/strong> (Circum-Disc, microcidi007, CD). Allerdings operiert das Quartett konventioneller als die Vorgenannten und schafft die t\u00e4nzelnde Fl\u00e4chigkeit seiner Musik aus einer Verdichtung und Konzentration der Instrumentenkl\u00e4nge. Jeder Spieler beackert ein klar abgestecktes Terrain, die kontrollierte Modus Operandi l\u00e4sst sich am plastischsten beim Schlagzeug ablauschen. Angenehm und beruhigend anzuh\u00f6ren, Risiko geht aber anders. Biliana Voutchkova \u200espielt auf <strong>Modus Of Raw<\/strong> (Evil Rabbit Records, ERR 24, CD) Sologeige und Stimme, aufgenommen in der Schweiz im Jahre 2015. Mit vereinzelten Effekten angereichert entsteht ein sehr lebendiges und dynamisches Musizieren, in dem Stimme und Geige immer wieder um die Vorherrschaft zu k\u00e4mpfen scheinen. Die Geige wird vor allem zupfend und kratzend bedient, klare Bogenstriche sind hier nicht im Repertoire. Daraus kann ein tupfelnder Backdrop f\u00fcr mal zarte, mal erruptive improvisierte Stimme entstehen. <strong>Modus Of Raw<\/strong> ist Teil der never ending improv Serie auf ERR, alle im sch\u00f6nen schwarzen \u00d6ko-Digi-Design mit Lochcover gestaltet. Neben den Turntable-Virtuosen a la Ignaz Schick oder Martin Tetreault gibt es auch jene Handwerker, die eher bruitistische Collagen mit dem Schallplattenspieler erzeugen (man denke an Philippe Petit oder Strotter Inst.). Dieser Anmutung verschrieben, wenn auch gar nicht mit dem Turntable erzeugt, sind die kratzigen, knisterigen und chaotischen Sounds auf <strong>Try To Crawl Out Of It<\/strong>, einem Duo-Release von Alexei Borisov und Anton Mobin (Mathka, CD). Hier lebt die Industrial Culture in kontrastreichen Schwarzwei\u00dfbilder wieder auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier folgt eine kursorische Erfassung gesammelter bereits gut abgehangener Einsendung, ohne jegliche stilistische Vorsortierung. Bitte selbst einordnen! Flie\u00dfende Minimal-Tonperlen gibt es vom jungen US-amerikanischen Komponisten Michael Vincent Waller auf Trajectories (Recital Thirty Nine, CD). Glasklar vorgetragen vom Painisten R. 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