{"id":6139,"date":"2018-12-01T22:54:04","date_gmt":"2018-12-01T20:54:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/?p=6139"},"modified":"2018-12-28T22:57:23","modified_gmt":"2018-12-28T20:57:23","slug":"satoko-fujii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/satoko-fujii\/","title":{"rendered":"Satoko Fujii"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6161\" src=\"https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/204050-299x300.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"151\" srcset=\"https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/204050.jpg 299w, https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/204050-290x290.jpg 290w, https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/204050-50x50.jpg 50w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/>\u00a0 <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6162\" src=\"https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Libra1538.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"152\" srcset=\"https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Libra1538.jpg 250w, https:\/\/www.aufabwegen.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Libra1538-50x50.jpg 50w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p>Satoko Fujii &#8211; diverse CDs<\/p>\n<p>Die japanische Komponistin und Pianistin Satoko Fujii wurde im Jahr 2018 60 Jahre alt und feierte diese Begebenheit mit einem Ver\u00f6ffentlichungsmarathon, der die verschiedensten Seiten ihres k\u00fcnstlerischen Schaffens zeigt. Eine Auswahl aus der Materialf\u00fclle, und aus \u00e4lteren Arbeiten, streifen wir hier:<br \/>\nIm Trio AMU spielt Fujii gemeinsam mit ihrem Mann, dem Trompeter Natsuki Tamura, und dem Perkussionisten Takashi Itani. Auf der CD\/DVD Weave (Libra Records 204-051\/052) arbeitet die Combo mit der T\u00e4nzerin Mizuki Wildenhahn zusammen, die Fujii 2001 kennen lernte. Seit dieser Zeit gab es mehrere Kollaborationen, nie jedoch wurden die Ergebnisse zufriedenstellend aufgezeichnet. Auch ein Versuch in Berlin aus dem Sommer 2018 scheiterte, so dass man sich schlie\u00dflich in Japan f\u00fcr drei Tage traf mit dem Ziel, <strong>Weave<\/strong> einzuspielen und abzufilmen. Die DVD enth\u00e4lt eine Performance, in der deutlich wird, wie sehr der expressive Tanz der Mizuki Wildenhahn der Motor der Gruppenimprovisationen ist. Der Flu\u00df der Bewegungen im Tanz steuert die Dynamik der Musiker, die flirrenden Pianocluster und spartanischen Perkussionsl\u00e4ufe interagieren mit den K\u00f6rpermovements. Nur der rauhe, zart-str\u00f6hmende Trompetensound wirkt eher wie ein Kommentar auf das Gesamtgeschehen. Eine interessante Nuance.<br \/>\nBereits aus dem Jahre 2008 stammt die Tamura\/Fujii Duo-Einspielung <strong>Chun<\/strong> (Libra Records 102-022). Klavier und Trompete scheinen sich mal in einem dramatischen Kampf gegen\u00fcberzustehen und dann wieder gemeinsam zu agieren. Es gibt immer wieder Momente, in denen beide Instrumente aus einem ruhig-harmonischen Paarlauf in z\u00e4nkelndes Chaos ausbrechen, in kraftvolle Explosionen und manchmal auch piesakende Widerreden. Diese Ausbruchsmomente sind die spannendsten auf <strong>Chun<\/strong> aber auch die fordernsten&#8230; Auf <strong>Ninety-Nine Years<\/strong> das Satoko Fuji Orchestra Berlin (Libra Records 211-047) ist Fujii nicht selbst zu h\u00f6ren, die Gruppe spielt ihre Kompositionen. Das Ensemble ist stark bl\u00e4sergetrieben, die St\u00fccke haben sowohl schmissige Passagen, als auch nokturnal-reduziertere Abschnitten zu bieten. Solistische Saxophone t\u00e4nzeln mit Kontrabass und gezielt eingesetztem Schlagzeug um die Wette. Dann gibt es wieder die Big Band Flights, in denen sich ganze Instrumentenbl\u00f6cke formieren und kraftvolle Melodien spielen. Einige St\u00fccke kombinieren diese Charakteristik, in dem sich aus einem ruhigen Start ein \u00e4u\u00dferst dynamisches, und fast schon w\u00fctend klingendes Zusammenspiel entfaltet.<br \/>\nDas Trio This Is It!, welches sich aus verschiedenen Bezeichnungen und Bestezungswechseln letzlich geformt hat, spielt auf <strong>1538<\/strong> (Libra Records 203-049) eher konventionellen und seichten Jazz. Die Gruppe aus Fujii (Klavier), Tamura (Trompete) und Itani (Drums, Percussion) spielt Kompositionen von Satoko Fujii, die eine gro\u00dfe Bandbreite an Stimmungen und Farben vermittelt, aber von der Grundhaltung eher bed\u00e4chtig und &#8222;friedlich&#8220; bleibt. Das Zusammenspiel des Trios steht im Mittelpunkt, die ineinander greifenden L\u00e4ufe der einzelnen Instrumente. Keine Full Throttle Orgien, keine \u00fcberspannten Gegenattacken. Ein Ruhepol im steten Output von Satoko Fujii.<br \/>\nSehr reduziert und fast schon karg wirkt die Duo-Platte <strong>Kisaragi<\/strong> (Libra Records 102-042) von Satoko Fujii und ihrem Mann Natsuki Tamura. Das Material der Platte wurde in zwei Sessions 2015 und 2016 in New York aufgenommen, wo die beiden inzwischen seit l\u00e4ngerem leben. Hier bestimmt die Trompete das Bild, mit zarten Hauchlauten, gequ\u00e4lten Seufzern und faserigen, geblasenen Fl\u00e4chen. Das Klavierspiel akzentuiert diese Klangmalerei, mit bassigen Tupfern oder flirrenden Clustern, die als Hintergrund angelegt sind. Der lustige Booklet-Text von Tamura er\u00f6ffnet einen weiteren Blick auf die Musik: mit jeder Notation seiner Frau komme zun\u00e4chst der Schreck, wie denn das pr\u00e4sentierte St\u00fcck \u00fcberhaupt spielbar sein solle. Die m\u00e4andernde Trompete gibt einen Eindruck davon, wie sich Natsuki Tamura die Kompositionen seiner Frau regelrecht erarbeiten musste.<br \/>\nEbenfalls in gedeckten Farben gehalten ist Satoko Fujiis Begegnung mit dem australischen Musiker Alister Spence. Die CD intelsat (Alister Spence Music ASM007) dokumentiert ein Konzert aus dem gleichnamigen Jazzclub in Kiracho, Nishio (Japan) im Jahr 2017. Beide Akteure bedienen Tasteninstrumente, beide setzen vielfal elektronische oder spieltechnische Effekte ein, so dass Klavier und Fender Rhodes mal wie Spinette, mal wie schwer gegossene Gongs klingen. Das Zusammenspiel produziert eine griffige und fl\u00e4chige Musik voller Farben und Nuancen, die im Geiste ein wenig an AMM erinnert.<br \/>\nEine W\u00fcrdigung der besonderen Art ist die Ver\u00f6ffentlichung <strong>Diary 2005-2015. Yuko Yamaoka plays the music of Satoko Fujii <\/strong>(Libra Records 201-053\/054). Die ausgezeichnete Pianistin Yuko Yamaoka interpretiert auf zwei CDs insgesamt 118 kurze Kompositionen von Fujii, die als Titel jeweils das Datum ihrer Entstehung tragen. So organisiert Satoko Fujii ihr Werk, erst in der weiteren Bearbeitung durch Ensembles oder Mitmusiker erhalten die St\u00fccke andere, assoziative Titel. Diese hier zusammengefassten Miniaturen sind aus der ersten Entwicklungsstufe nicht herausgekommen, sondern es handelt sich im Verst\u00e4ndnis der Komponistin um kompositorische \u00dcbungen. Das macht die St\u00fccke pr\u00e4zise, schn\u00f6rkellos und klar. Eine scch\u00f6ne Sammlung!<br \/>\nAlister Spence begegnet uns wieder im Quartett Kira Kira. Besonders dem Backbone von Schlagzeuger Ittetsu Takemura und Trompeter Natsuki Tamura ist es zu verdanken, dass die Aufnahme <strong>Bright Force<\/strong> (Libra Records 204-048)\u00a0 ihrem Titel alle Ehre macht. Die Musik klingt kr\u00e4ftig und hell, mit Spa\u00df gespielt und mit Witz erdacht. Der Powerjazz der energetischen Phasen wird konterkariert durch reduzierte Fender Rhodes- Tricksereien, hier planschen alle Musiker vergn\u00fcgt in einer rosa Pf\u00fctze! High Energy ohne Krampf und Anstrengung.<br \/>\nDeutlich von den Trompeten (Wadada Leo Smith, Natsuki Tamura) dominiert ist <strong>Aspiration<\/strong> (Libra Records 204-043), eine Trioaufnahme mit den weiteren Kombattanten Ikue Mori (Laptop) und Satoko Fujii (Piano). Die Bl\u00e4ser versteigen sich in z\u00e4nkische Duette, Klavier und Elektronik liefern fl\u00e4chen und ziselliertes Unterholz. Eine eher schw\u00e4chere Erscheinung, wenn auch vom gegenseitigen Respekt der Musikerinnen gepr\u00e4gt.<br \/>\nDen stimmungsvollen Abschluss dieser Besprechung bildet das Ensemble Mahobin, das auf <strong>Live At Big Apple In Kobe<\/strong> (Libra Records 204-050) sehr farbenfrohe und dynamische Musik spielt. Neben der Achse Tamura (Trompete) und Fujii (Piano) sind noch Lotte Anker (Saxophon) und Ikue Mori mit von der Partie. Hier spielt die Elektronik eine wesentlich pr\u00e4gendere Rolle als auf der vorgenannten CD: Fantastsiche und ger\u00e4uschhafte Sounds umweben das Zusammenspiel von Klavier und Bl\u00e4sern wie mit einem durchsichtigen Gazueschleier. Die Ebenen der Kl\u00e4nge durchlaufen einander, manchmal l\u00f6sen sich einzelne Instrumente und scheinen Satellite-Geschichten zu erz\u00e4hlen, nur um dann wenig sp\u00e4ter wieder in den Gesamtstrom einzuflie\u00dfen. Die Elektronik steuert eine erstaunlich perkussive Note zum Ganzen bei.<br \/>\nInsgesamt sollte diese Auswahl verdeutlicht haben, wie vielseitig und divers das Schaffen der Satoko Fujii als Komponistin und Musikerin ist. Eine Auseinandersetzung mit dieser K\u00fcnstlerin lohnt sich allemal.<br \/>\n<em>Zipo<\/em><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.librarecords.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.librarecords.com<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.satokofujii.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.satokofujii.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Satoko Fujii &#8211; diverse CDs Die japanische Komponistin und Pianistin Satoko Fujii wurde im Jahr 2018 60 Jahre alt und feierte diese Begebenheit mit einem Ver\u00f6ffentlichungsmarathon, der die verschiedensten Seiten ihres k\u00fcnstlerischen Schaffens zeigt. 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