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06.02.2010: Geräuschwelten@KlangZeit

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Sa. 06.02.2010, 22.00h

aufabwegen präsentiert:

geräuschwelten Sonderkonzert
im Rahmen des Festivals KLANGZEIT 2010
www.klangzeit-muenster.de

C-SCHULZ & FX RANDOMIZ
“Das Ohr am Gleis”

BlackBox/cuba cultur
Achtermannstr. 12, 48143 Münster

sr_bruecke

Die Kölner Musikelektroniker C-Schulz und F.X.Randomiz untersuchen die Klangwelt des heutigen Schienenverkehrs. Ein Projekt, das Unterwegssein, Räumlichkeit, Rast- und Heimatlosigkeit hörbar macht. Und das nebenbei beweist, wie historisch und emotional befrachtet Umweltgeräusche sein können.
Der Eisenbahnknotenpunkt Köln war Ausgangspunkt einer Expedition, die die beiden Klangkünstler bis ins russische Murmansk am Nordpolarmeer führte. Auf ihrem Weg entlang der Gleise lagen Stellwerke, Bahnschranken, Wartehallen, Güterbahnhöfe, Reparaturhallen und Eisenbahntunnel.
Die Sounds moderner ICE-Triebwagen, russischer Diesellokomotiven und historischer Dampfrösser wurden im Studio zu hybriden Klanggebilden transformiert und mit Instrumentalklängen kontrastiert. Der Blick aus dem Zugfenster mit seinen diskontinuierlichen, rasch wechselnden Eindrücken wurde durch vorbeiflirrende Klangfragmente in akustische Ereignisse übersetzt.
„Das Ohr am Gleis“ spielt mit Nah- und Fernwirkung, lässt donnernde Hochgeschwindigkeitszüge in die meditative Stille verlassener Gleise platzen. Das Kreischen der Bremsen schaukelt sich zu einem bedrohlichen Geräuschmoloch auf, das Rattern der Schwellen generiert einen artifiziellen, tranceartigen Rhythmus, das Singen der Schienen und Oberleitungen verwandelt sich zu flüchtigen Melodielinien inmitten verwehter Klanglandschaften. Ein Fernweh kommt auf, das sich in Flughafenwartehallen so niemals einstellen würde. Eine Sehnsucht und ein Weg-Wollen, die sich schwer in Worte fassen lassen.
„Das Ohr am Gleis“ ist intensive Geräuschmusik, gleichermaßen entrückt, berückend und konkret. Kompositorisch collagierte Feldaufnahmen, die sowohl Musik als auch Hörspiel sein können. Beiläufige Klänge verdichten sich zu Tracks und werden auf eine Bedeutungsebene gehoben, um bald darauf wieder in bloße Klänge zu zerfallen. Kaum möglich, diese Musik nebenbei zu hören. Weghören ist gänzlich ausgeschlossen.

1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 heike // Feb 8, 2010 at 16:59

    Großartig! Aber ein wenig dem spätromantischen Formendenken verhaftet. Ein echtes Erlebnis, trotzdem.

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