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Introduction

8. April 2017 · Kommentare deaktiviert

Willkommen im Logbuch.
Hier werden regelmäßig Rezensionen eingestellt. Und zwar nur solche, die nicht in der Printausgabe von aufabwegen erscheinen oder erschienen sind. Das Logbuch ist also als eine Art Ergänzung und Weiterführung der Printausgabe von aufabwegen zu verstehen. Wir möchten das Logbuch dazu nutzen, in aller Kürze auf Tonträger, die uns erreicht haben einzugehen.
Viel Spaß beim Stöbern!
Zipo

Spaceheads – Sun Radar EP MCD

25. März 2017 · Kommentare deaktiviert

eb001

Spaceheads
Sun Radar EP MCD
(Electric Brass Records eb001)

Die Spaceheads sind auch so eine randständige Erscheinung in den Sackgassen der Popwelt, die einfach nicht verschwinden will. Und das ist gut so. Andy Diagram und Richard Harrison haben bisher nicht das Rad neu erfunden, schreiten auf ihrem Weg, experimentelle Trompete (hui!) und Schlagzeug zu verbinden aber unerschrocken weiter voran. Die vier Tracks der vorliegenden EP atmen ein wenig den Geist der 1990er Jahre, mit Big Beat Grooves und Mottosamples. Aber bei den Spaceheads kommt immer eine verschmitzte, leicht verrückte Note hinzu, die das Überraschungsmoment ausmacht. Dub ist hier der Hausheilige, in allen vier Tracks kommt die Prägnanz der Bässe und die Luftigkeit amtlicher Produktionsverfahren voll zum Tragen. Bald ist Sommer!
Zipo
www.electricbrass.com

The Legendary Pink Dots – The Gethsemane Option CD

1. März 2017 · Kommentare deaktiviert

MET872

The Legendary Pink Dots
The Gethsemane Option CD
(Metropolis Records met 872)

Die Legendary Pink Dots begleiten mich schon mehrere Jahrzehnte, wie ein alter Freund oder ein guter Bekannter. Es tut gut zu erfahren, dass die Band auch aus dem erweiterten Pop-Universum nun Beachtung findet, nachdem die Kollaboration von Edward Ka-Spel & Amanda Palmer erschienen ist und neue Kreise auf den Kosmos der Dots aufmerksam macht. Man wünscht den Novizen, dass nicht The Gethsemane Option ihr Einstieg sein möge, denn dies würde ein verzerrtes Bild des Schaffens der Band abgeben. 2012 eingespielt, als die Dots bereits zum Trio geschrumpft sind, handelt es sich um ein Album, das ohne rechte Höhepunkte auskommt, keine Faszination entfaltet, seltsam distanziert klingt und vor allem keine wirklich spacigen Soundideen präsentiert. Einzige Bank ist die Stimme von Edward Ka-Spel, die sich in spiralhaften Erzählungen ergeht. Der sehr elektronische Gesamtsound klingt antiquert, nach Pre-Set-Gewitter und dabei recht uninspiriert. Es hat fast den Anschein, als hätten sich die Legendary Pink Dots diese Album mehr abgerungen denn mit Begeisterung eingespielt…
Zipo
http://legendarypinkdots.org/

Michel Chion / Lionel Marchetti / Jérôme Noetinger ‎– Filarium 2xCD

26. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert

vand1544

Michel Chion / Lionel Marchetti / Jérôme Noetinger
Filarium 2xCD
(Vand’Oeuvre ‎1544)

Nicht weniger als ein “magnum opus” ist Filarium! Der Beweis dafür, dass sich auch längst eingeführte und historisierte musikalische Formen, wie hier die musique concrete, noch aktualisieren und sinnvoll weiterdenken lassen. Filarium versteht sich als ein Fresko, eine Art Sittengemälde aus virtuos arrangierten Geräuschen und Klängen. Die Arbeit besteht sowohl aus jeweils von einem der genannten Musiker singulär komponierten Stück als auch aus drei Gemeinschaftsarbeiten, die nach Maßgabe rigider Bearbeitungsvorgaben entstanden sind und hier als Livedokumente die ganze Dynamik des Agierens mit Tonbandmaschinen vor Augen führen. Allen drei Einzelabschnitten von Filarium ist gemein, dass sie sich auf literarische Werke beziehen. Sehr illustrativ, poetisch und auf Rhythmus bedacht entfalten sich die Klangarbeiten. Es gibt humorige Passagen, in denen Furz- und Knallgeräusche dominieren, es gibt stressige Parts, in denen sich seltsame Schreie und angstvolle menschliche Äußerungen verdichten und es gibt kontemplative Momente, in denen mitternächtliche Landschaftsbeschreibungen in Zentralperspektive entfaltet werden. Und das schönste ist: der Grundklang ist warm, menschlich, musikalisch. Note to self: Unbedingt in die Jahrescharts 2017 aufnehmen. Vordere Plätze!!!
Zipo
www.centremalraux.com

Shabazz Palaces ‎– Black Up CD

20. Februar 2017 · Kommentare deaktiviert

Shabazz Palaces
Black Up CD
(Sub Pop/Cargo SP900)

2011 gab es endlich mal wieder ein mittelschweres Erdbeben im Indie-HipHop. Die seit Anticon ausgetrockneten Creeks wurden endlich wieder geflutet, verantwortlich hierfür war das Debüt des Kollektivs aus Seattle, Shabazz Palaces. Black Up operiert mit der Verflechtung aus Stimme und Beats, eines geht in das andere über. Die Stimmung ist gedämpft, subtil aggressiv und desillusioniert. Die Ausschmückung wird von grellem Neonlicht bestrahlt, Reduktionismus regiert. Postkapitalistischer Stadionsound, so könnte er klingen…
Zipo
www.subpop.com