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Introduction

16. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert

Willkommen im Logbuch.
Hier werden regelmäßig Rezensionen eingestellt. Und zwar nur solche, die nicht in der Printausgabe von aufabwegen erscheinen oder erschienen sind. Das Logbuch ist also als eine Art Ergänzung und Weiterführung der Printausgabe von aufabwegen zu verstehen. Wir möchten das Logbuch dazu nutzen, in aller Kürze auf Tonträger, die uns erreicht haben einzugehen.
Viel Spaß beim Stöbern!
Zipo

Jealousy Party/Nicolas Wiese – Relative Memory CD

10. Oktober 2017 · Kommentare deaktiviert

absinthRecords022

Jealousy Party/Nicolas Wiese
Relative Memory CD
(absinth records 022)

Jealousy Party ist ein seit 1995 bestehendens florentiner Trio um den Stimmakrobaten Mat Pogo. Auf Relative Memory haben sie sich mit Nicolas Wiese zusammen getan, der sowohl eigene, prerecorded Samples in das Spiel eingespeist hat, als auch nach Beendigung der Studiosession die entstandenen Aufnahmen manipuliert und rekonfiguriert hat. Spannend ist, dass das Ganze sich einen geisterhaften Livecharakter erhakten hat, was an der Lebendigkeit der Stimmen (ob in real time oder verfremdet) und der Bläser liegt. Kleine Details, die sich oft erst bei mehrfachen Hördurchläufen offenbaren, verraten, dass Richtungen vertauscht wurden, Dynamiken des Ensembles widersinnig zueinander stehen und Zeitachsen verbogen scheinen. Es gibt chaotische Improv-Verdichtungen, bei denen man plötzlich den Eindruck hat, der Saxophonist sei nicht mit im Raum gewesen, sondern zwei Tage vorher am Studio vorbeigelaufen. Elektroakustische Einschübe machen überraschend Räume auf an Stellen, wo man gar keine vermutet. Alles ist so fein gewoben, dass niemals der Eindruck von Künstlichkeit entsteht. Toll!
Zipo

John Luther Adams – Become Ocean CD/DVD

1. September 2017 · Kommentare deaktiviert

CA21101

John Luther Adams
Become Ocean CD/DVD
(Cantaloupe Music CA21101)

Mr. Adams ist einer DER gefeierten Komponisten der zeitgenössischen Musik in den USA. Sein Werk Become Ocean strebt sicherlich nicht an, der ultimativen maritimen Programmmusik – die Rede ist von Debussys La Mer – etwas entgegenzusetzen, sondern vielmehr wird der Topos des Ozeans als Ideengeber für die hier vorherrschende Cluster-Kompositionstechnik ins Feld geführt. Die 5.1. Mischung mit etwas uninspirierten Plätscherbildchen überlassen wir den HiFi-Fetischisten. Die Strandard CD gibt das Werk auch prima wieder. Ein großer Orchesterapparat, die Seattle Symphony unter Ludovic Morlot, spielt dunkle, brodelnde Flächen. Besonders wie sich die Klangströme ganz behutsam aus der Stille aufbauen ist eine Freude zu hören. Überraschende Wendungen oder viele Details tun sich allerdings auch nicht auf. Become Ocean klingt fast wie eine Francisco Lopez Interpretation mittels Orchester. Überall blau, blau, blau. Ein Klang, der kontingent bleibt, der sein Geheimnis hüten will, der sich duckt und lauert.
Zipo
www.cantaloupemusic.com

Robin Foster – Empyrean CD

1. September 2017 · Keine Kommentare

UPP19045

Robin Foster
Empyrean CD
(Upton Park Publishing UPP19045)

We Are Bodies ist das Bandprojekt von Robin Foster, mit dem er sich in Post-Rock und Shoegaze-Kreisen bereits einen Namen erspielt hat. Weniger bekannt sind seine Soundtrack-Arbeiten und Instrumentalreleases, obwohl es hiervon wesentlich mehr gibt, als von seiner Hauptband. Aktuelle Arbeitsprobe: Empyrean. Ein Album mit 10 zumeist treibenden, catchy-kühlen Instrumentals voller raumgreifender und schwebender Gitarrenakkorde und eleganten Keys. Etwas hausbacken wirken manchmal die Beats, da könnte noch etwas am richtigen Augenmaß gefeilt werden. Insgesamt überzeugt aber, wie es Foster gelingt, eine stimmige Atmosphäre aufzubauen. Als Anspieltipps seien hier die Ballade The Hardest Party und das verträumt beginnende, wavige Titelstück genannt.
Zipo
www.robinfoster.fr

Reddeer / Haffah CDs

4. Juli 2017 · Kommentare deaktiviert

ERR26

Reddeer
New York – St. Johann CD
Haffah CDs
Senza Titolo CD
(ERR 26 & ERR 25, beide evil rabbit records / Toondist)

Aus einer viel größeren Musiker-Gruppe während der “music omi residency” fanden sich Fay Victor (Stimme, Texte), Elisabeth Harnik (Klavier) und Dominic Lash (Kontrabass) zum Trio Reddeer zusammen. Etwas hämisch asugedrückt zeigt mir diese CD, dass es eben nicht reicht, wenn man sich menschlich gut versteht und auf Spaziergängen gemeinsam Rotwild erspäht hat. Die Musik nervt. Die theatralische Stimme, die sich permanent in den Vordergrund schiebt,  verhindert in meinem Empfinden, dass eine Kompaktheit und Stringenz in der Musik überhaupt entstehen kann. New York – St. Johann klingt auf mich wie selbstberauschtes Geklimper ohne das Hinarbeiten auf einen Triosound. Extrem subjektiv, vielleicht auch auf dem falschen Fuß erwischt – bitte hört selbst nach und gleicht ab.
Ganz anders das Quartett Haffah, das vor Spielfreude trotz, schmissig und dynamisch agiert und melodiösere Parts mit kraftvollen Improvs abwechselt. Die insgesamt zehn Nummern, gerne auch mal knackig und kurz, vergehen wie im Fluge und reißen mit. Ohne Virtuosität oder Expressivität zur Schau stellen zu müssen.
Zipo
www.evilrabbitrecords.eu