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Introduction

15. Mai 2017 · Kommentare deaktiviert

Willkommen im Logbuch.
Hier werden regelmäßig Rezensionen eingestellt. Und zwar nur solche, die nicht in der Printausgabe von aufabwegen erscheinen oder erschienen sind. Das Logbuch ist also als eine Art Ergänzung und Weiterführung der Printausgabe von aufabwegen zu verstehen. Wir möchten das Logbuch dazu nutzen, in aller Kürze auf Tonträger, die uns erreicht haben einzugehen.
Viel Spaß beim Stöbern!
Zipo

Han Bennink Trio ‎– Adelante CD

10. Mai 2017 · Kommentare deaktiviert

ICP056

Han Bennink Trio
Adelante CD
(Instant Composers Pool ‎ICP 056)

Zweifelsohne ist Han Bennink eine der prägenden Figuren der europäischen Improvszene. Im Han Bennink Trio lässt er die Jugend für sich arbeiten, die meisten der Stücke auf Adelante stammen vom Klarinettisten Joachim Badenhorst. Mein Favorit ist eindeutig das schwermütig-swingende Adelante 1, von ähnlichem charakter ist March Of The Supermoon, das der Pianist Simon Toldam zu verantworten hat. Han Bennink beschränkt sich darauf, zur richtigen zeit am richtigen Ort zu sein und setzt mit seinem minimal-kraftvollen Schlagzeugspiel die dynamischen Impusle in den Stücken. Solides Handwerk.
Zipo
www.icporchestra.com

Perlonex – Perlonoid CD

2. Mai 2017 · Kommentare deaktiviert

ZAREK16

Perlonex
Perlonoid CD
(CD ZAREK 16)

Auf Perlonoid ertönt das Trio aus Ignaz Schick, Jörg Maria Zeger und Burkhard Beins in einer Liveaufnahme aus dem Jahre 2010. Diese sehr konzentrierte und introvertierte Musik entstand während der Echtzeitmusiktage in den Berliner Sophiensälen. Perlonex sind hier die Väter im Geiste von The Necks oder AMM, in dem nämlich jeder Musiker stoisch und voller Konzentration auf den Gesamtklang einzahlt. Eine große Kreiselwelle entsteht so, die sich aus der Kraft der gemeinsamen Anstrengung speist – da ist kein Platz für flippige Soloausflüge. Auch die chaotisch-eruptiven Momente auf Perlonoid, die es durchaus gibt (etwa ab Minute 14 ein schrilles Gitarrenfeedback und rollende Becken), sind zwar dynamische Spitzen, bleiben von der Anmutung aber trotzdem dem kontrollierten Gesamtsound intrinsisch. Was toll ist, denn so wird die Energie gehalten und speist in die große Bewegung ein, die ein lavahaftes Fließen darstellt. Perlonoid ist ein erfreuliches Wiederhören mit einem spannenden Projekt, das dem Vernehmen nach nach einer längeren Pause nun auch wieder aktiver sein wird. We hope so.
Zipo
www.zangimusic.wordpress.com

Philip Corner – Gong/Ear: Shaman CD

26. April 2017 · Kommentare deaktiviert

WHO09

Philip Corner
Gong/Ear: Shaman CD
(The Wormhole WHO#09)

Als Chronist hat man es bei Philip Corner besonders schwer, die einzelnen Werkphasen auseinander zu halten. Über lange Zeiträume hinweg hat sich der in Italien lebende US-amerikanische Fluxuskünstler mit bestimmten Themen befasst, wie “Wasser”, “Wind”, “Metall” oder “Gongs”. Aus diesen Arbeitsfeldern erscheinen immer wieder Aufnahmen, die entweder aktuell oder historsch sein können. Letzteres ist bei den drei Gong-Stücken auf Philip Marshalls The Wormhole-Ableger der Fall, die allesamt aus den späten 1980er Jahren stammen und im Kontext von Tanzperformances entstanden sind. Es handelt sich um kraftvoll schwingende, metallisch-klirrende Klangerruptionen, die der Charakteristik von Gongs entsprechend, quasi als Implosionen in den Raum hineinfließen. Bedröhnende, tiefgreifende Klänge, wie ein warmes Sommergewitter!
Zipo
www.tapeworm.org.uk

Underkarl – Timetunnel 25 CD

21. April 2017 · Kommentare deaktiviert

rad20142

Underkarl
Timetunnel 25 CD
(rent a dog/Alive rad 2014-2)

Zum 25-jährigen Jubiläum schenken sich Underkarl diese CD mit Interpretationen aus dem Kanon des Jazz. Von Charlie Parker über Miles Davis bis Sun Ra sind hier die ganz Großen vertreten, luftig gelesen von Underkarl.  Aus Ornette Colemans Peace wird eine saftige Nummer, voller Drive und Zuversicht. Oft erdet der Kontrabass die Bläsereskapaden und hält die Gruppe zusammen. Doppelläufe von Bläsern und Gitarre sind auch keine Seltenheit – getrieben allerdings von der Suche nach Nuancen und weniger von Geltungssucht. In allen Phasen bleibt Timetunnel 25 souverän (aber nicht abgeklärt), ernsthaft (aber nicht verbissen), akkurat (aber nicht pingelig). Klassiker des Jazz mühelos transportiert ins Hier und Jetzt.
Zipo
www.rent-a-dog.com