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Introduction

27. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert

Willkommen im Logbuch.
Hier werden regelmäßig Rezensionen eingestellt. Und zwar nur solche, die nicht in der Printausgabe von aufabwegen erscheinen oder erschienen sind. Das Logbuch ist also als eine Art Ergänzung und Weiterführung der Printausgabe von aufabwegen zu verstehen. Wir möchten das Logbuch dazu nutzen, in aller Kürze auf Tonträger, die uns erreicht haben einzugehen.
Viel Spaß beim Stöbern!
Zipo

Schlammpeitziger – What’s Fruit? CD

10. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert

Pingipung42

Schlammpeitziger
What’s Fruit? CD
(Pingipung 42)

Jede lange Party braucht einen guten Boden, braucht Substanz, braucht gehaltvollen Aufbau. Den liefert Jo Zimmermann mit seinem 2014er Album What’s Fruit?. Schlammpeitziger klingt hier nicht mehr daddelig und verspielt sondern fast schon wuchtig und zielstrebig. Der Titelsong mag als Beweis dienen: voluminöse Bass-Shuffles treiben den Groove im mittleren Tempo voran, dazu verträumtes Sloganeering. Hier wird im besten Sinne animiert! Vollmundig und irgendwie naturbreit ist das Album, knarzige Sounds fehlen natürlich nicht, aber insgesamt pumpt der Sound und ist gerader, als wir dies noch von den Vorgängern her kannten. Und, was sollen wir sagen: auch dieses Kleid steht Schlammpeitziger ausgezeichnet! Der Will zur Party ist klar erkennbar.
Zipo
www.pingipung.de

Francisco Meirino ‎– Anthems For Unsuccessful Winners CDR

3. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert

EC16

Francisco Meirino
Anthems For Unsuccessful Winners CDR
(Echomusic EC16)

Unerschrocken geht Francisco Meirino seinen Weg. Pseudonyme wurden abgelegt und Sturm und Drang-Phasen genossen aber auch abgeschlossen. Seitdem arbeitet der Spanier an den Möglichkeiten, Noise zu komponieren – seine Versuche bewegten sich bereits in so unterschiedlichen Regionenen wie in urbanen Landschaften oder der eigenen Mundhöhle. Anthems For Unsuccessful Winners präsentiert eine nebulöse, grauschattige und ausgefranste Soundästhetik Karkowskischer Provenienz. Mit Indexpunkten und ironisierenden Namen unterteilt ergießt sich im Grunde eine durchgehende, flirrende und unförmige Soundmasse in den Raum – es brutzelt, zwirbelt und summt. Die Rohmaterialen hat Meirino in den USA und der Schweiz gesammelt und man kann nur vermuten, in welche Schrottpressen und roboterartigen Bienenstöcke er sein Mikrophon hineingehalten hat. Winning Is Overrated, ganz genau!
Zipo
www.echomusic.gr

Stick Men – Deep CD

2. Juni 2016 · Kommentare deaktiviert

SMN1311

Stick Men
Deep CD
(Stick Men Records SMN1311)

Viele Bands versuchen mit ihren Namen eine Atmosphäre davon zu geben, wie sie spielen. Zum Beispiel Tors of Dartmoor oder äh Rammstein. Man hat sofort ein imaginäres Bild von modrigen Grüften oder gedärmdurchknetendem Stiefelrock vor sich. Nicht so bei Stick Men, sie geben in ihrem Namen den Hinweis darauf, WAS sie spielen. Nämlich im Falle von Tony Levin (King Crimson) den Chapman Stick Bass und auch Marcus Reuter (Centrozoon) spielt eine Stick Gitarre; eine durch Touchtechnik zu spielende Gitarre. Stick Men gehen von der Faszination der Möglichkeiten ihres Instrumentariums aus und lassen die Musik sich dem anschmiegen. Das kann dann mal wie fast schon symphonischer Metal klingen, mal wie vertrackter Prog Rock wie von einer Punk Band gespielt und mal wie bombastischer und supermelodiöser Konzept-Sound a la Mekong Delta. Mein Favorit auf dem 2013ern Album ist der Abschlusstrack Whale Watch, der rasant, hochtechnisch und doch sehr atmosphärisch klingt. Überhaupt gelingt es der Band sehr elegant, sich nicht vom KANN fortspühlen zu lassen, sondern nur das MUSS aufs Trapez zu bringen. Also: mehr Freude an Haltung und Sound als an Technik und Virtuosität um ihrer selbst willen. Deep indeed.
Zipo
www.stick-men.net

Andrey Kiritchenko – Enough Heaven 7″

12. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert

ns70

Andrey Kiritchenko
Enough Heaven 7″
(Nexsound ns70)

Andrey Kiritchenko ist ohne Zweifel der profilierteste Musiker der zeitgenössischen Elektronik aus der Ukraine. Er veröffentlicht regelmäßig auf internationalen Labels, spielt fleißig live und kollaboriert mit anderen Künstlern. Daneben bleibt ihm noch Zeit, das feine Nexsound-Label zu kuratieren, auf dem als eine Art Zwischenschritt hin zu einem neuen Album diese zwei kurzen Tracks erscheinen. Enough Heaven/Heaven Is Not Enough sind zwei fragil arrangierte, fast kammermusikalisch anmutende Stücke, die den Klang akustischer Instrumente, wie Klarinette und Streicher, mit Elektronik verweben. Dabei entstehen prägnante und fast schon poppige Melodien, die ein gewisses melancholisches Bangen trasnportieren. Beide Seiten der durchsichtigen 7″ wirken nicht nur aufgrund der Titelgebung wie Variationen des selben Themas: Nach anfänglichem Zögern fließen die Klänge elegant zusammen und ergeben ein stringentes Ganzes. Das Geisterquartett bittet zum Tanz!
Zipo
www.nexsound.org