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Introduction

4. November 2016 · Kommentare deaktiviert

Willkommen im Logbuch.
Hier werden regelmäßig Rezensionen eingestellt. Und zwar nur solche, die nicht in der Printausgabe von aufabwegen erscheinen oder erschienen sind. Das Logbuch ist also als eine Art Ergänzung und Weiterführung der Printausgabe von aufabwegen zu verstehen. Wir möchten das Logbuch dazu nutzen, in aller Kürze auf Tonträger, die uns erreicht haben einzugehen.
Viel Spaß beim Stöbern!
Zipo

Rotterdam – Gizicki CD

25. Oktober 2016 · Kommentare deaktiviert

er_cd_081

Rotterdam
Gizicki CD
(Everest Records er_cd_081)

Das Duo Susanne Amann und Michael Klauser spielt Techno mit Störungen. Cello, Flöte, Gitarre und Tuba müssen als Futter für stotternde Grooves herhalten. Wie eine Armada aus locked grooves schlängeln sich die kantigen Rhythmen durch den Raum. Um den Tanzflur wirklich zu erschüttern fehlt es allerdings an euphorisierendem Bumms – zu sehr wirkt alles wie eine Kopfgeburt. So beigestert an den Tracks lediglich das Experiment, Instrumente, die eine große klangliche Bandbreite haben, in ein enges Beatkorsett gezwängt zu haben. Live bestimmt spannend auf Tonträger doch eher etwas lahm…
Zipo
www.everestrecords.ch

Artificial Memory Trace – Ultrealith CD

4. Oktober 2016 · Kommentare deaktiviert

Gruen110

Artificial Memory Trace
Ultrealith CD
(Gruenrekorder Gruen 110)

Wir lieben Käfermusik! Slavek Kwi ist ein Meister darin, die Laute von Tieren einzufangen und spannend-dynamisch zu arrangieren. Die Stücke auf Ultrealith sind in verschiedenen Situationen und Anlässen entstanden, für Festivals und auf Feldforschungstrips in Australien und Afrika. Artificial Memory Trace konzentriert sich auf die reinen Geräusche der “Natur” und läßt Zuspielungen ganz fort. Freilich geht es auch nicht unbedingt um die reine Lehre, um das Eindringen in verborgene Habitate mit ultraexklusiven Spezialmikrophonen. Kwi ist die Einbettung der prägnanten Schnalz-, Surr- und Röchellaute der Insekten in eine Gesamtatmosphäre wichtig, so dass ein betörendes Ambiente entsteht. Man mag sich gar nicht satt hören, an dem Spiel der Farben und der fremdartigen Geräusche auf Ultrealith, das zudem mit schönen Motiven im Booklet ausgestattet ist. Ein Track fällt allerdings aus dem positiven Exotismus heraus: Monochrome von 1995 ist eine Arbeit, die nur mit Schichtungen einer Sprachaufnahme von John Cage arbeitet und die den Charakter der CD etwas durchbricht und damit auch auflockert.
Zipo
www.gruenrekorder.de

Möström – We Speak Whale LP

28. September 2016 · Kommentare deaktiviert

UNREC09

Möström
We Speak Whale LP
(unrecords unrec09)

Harpunen raus, die Bläser drehen durch. Drei in der Wiener Experimentalszene fest verwurzelte Damen bilden das Trio Möström, welches eine im besten Sinne freie Musik spielt. Nicht nur ist die Palette der Sounds frisch und dynamisch, auch die Grundhaltung des Musizierens wird ohne Anstrengung gewechselt, von der betrunkenen Post-Klezmer-Kombo bis zum verhuschten cracked electronics Gerumpel ist alles dabei. Und immer wird die Sache beherzt angegangen, Anfahrt sozusagen im dritten Gang! We Speak Whale hat ganz melodiöse, songhafte Parts, dann wieder strenge noisige Momente und lauernde Experimentierphasen, in denen die Musikerinnen sich selbst zu überraschen scheinen. Eine Bassklarinette und zwei Mal Elektronik – die Mischung ist explosiv und macht Spaß!
Zipo
unrecords.me

Subterraneanact/Machinefabriek – Persistent Objects CD

10. September 2016 · Kommentare deaktiviert

ol16005

Subterraneanact/Machinefabriek
Persistent Objects CD
(Opa Loka Records ol16005)

Aus einer kuratorischen Idee für ein gemeinsames Konzert des Klarinettisten Henk Bakker und des Elektronikers Rutger Zuydervelt entstand das Album des Duos Subterraneanact & Machinefabriek. Persistent Objects wurde aus einer gut zweistündigen Improvsession im Studio destilliert und besticht durch konzentrierte Atmosphäre und eine reichhaltige Palette unterschiedlichster Sounds. Der Mix aus warm-bauchigen Klarinettentönen und spröder Knurspelelektronik ist schon eine Hörfreude an sich. Auch die industriell-ambienteren Passagen der Platte sind gut durchzuhören, Phasen, in denen die Kombattanten kraftvoll in die Fläche hineinarbeiten. Einigen Strecken fehlt ein wenig die Richtung, bisweileen kommt der Eindruck einer fahrigen Nervosität auf. Dies kann aber auf die Gesamtlänge des Albums betrachtet gut und gerne verschmerzt werden. Das große weite Meer beginnt direkt hinter Rotterdam!
Zipo
www.opa-loka-records.com