Willkommen im Logbuch.
Hier werden regelmäßig Rezensionen eingestellt. Und zwar nur solche, die nicht in der Printausgabe von aufabwegen erscheinen oder erschienen sind. Das Logbuch ist also als eine Art Ergänzung und Weiterführung der Printausgabe von aufabwegen zu verstehen. Wir möchten das Logbuch dazu nutzen, in aller Kürze auf Tonträger, die uns erreicht haben einzugehen.
Viel Spaß beim Stöbern!
Zipo
Introduction
20. Mai 2013 · Kommentare deaktiviert
Trepaneringsritualen – Judas Goat 7″
16. Mai 2013 · Keine Kommentare
Trepaneringsritualen
Judas Goat 7″
(Fang Bomb FB020)
Thomas Ekelund (Dead Letters Spell Out Dead Words) stellt sein neues Projekt Trepaneringsritualen ganz unverhohlen in die Tradition des Old School Industrial. Die psychotischen Ränder unserer Gemeinschaft will er mit archaischen Rhythmen, schmerzverzerrten Vocals und zorniger Elektronik untersuchen. Judas Goat, die limitierte Single auf weißem Vinyl, zeigt aus einem Ikonengemälde herauskopierte Jesusdarstellungen, mal weinend, mal blutüberströmt vom Dornenkranz. Dazu rumpeln Trepaneringsritualen clumsy und wirkungsvoll, ohne jegliche falsche Eleganz. Ein simpler verzerrter Beat, darüber kreischende Feedbacks und fauchende grollende Sounds. In diesen Nebel hinein jault die Stimme und kämpft ständig dagegen an, von der tobenden Kakophonie nicht verschluckt zu werden.
Zipo
www.fangbomb.com
Kummieband & Glebstoff – heart.noise CDR
5. Mai 2013 · Keine Kommentare
Kummieband & Glebstoff
heart.noise CDR
(Scrotum Records hode 135)
Unglaublich, wie produktiv manche Acts sind. Michael Barthel zählt zu den Hyperaktiven des Noise, er hat in kürzester Zeit über 50 Veröffentlichungen hervorgebracht. Die Sammlung heart.noise ist ihm eine Herzensangelegenheit, hier ist Material enthalten, dass aus emotional besonders stressigen oder intensiven Zeiten und Anlässen hervorgegangen ist (Zorn, Kummer, Freude). Besonders der Titel John Wiese Owes Me A Trade ruft ein Schmunzeln hervor – der Zorn schlägt sich hier brutzelartig seine krauseligen Bahnen. Insgesamt sind die Tracks sehr breitwandig und harsh-dicht, in den Mikrostrukturen sind sicher kleinere Variationen zu finden, aber keine größeren Überraschungen. Der Noise von K&G auf dieser Zusammenstellung ist erstaunlcih homogen: in den mittleren Frequenzbereichen baut sich eine druckvolle Welle aus dichtem Geflimmer auf, Breaks oder überraschende Cuts bleiben aus. Solides Handwerk.
Zipo
www.scrotum-records.de
Steve Roden – Proximities CD
9. März 2013 · Keine Kommentare
Steve Roden
Proximities CD
(line LINE_052)
Steve Roden ist ein von uns sehr geschätzter Klangkünstler und Musiker, der in seinem Werk immer wieder neue Facetten durchscheinen läßt. Proximities ist eine Ambient-Arbeit, die sehr emotional zu sein scheint und nicht zu sehr auf konzeptuelle Strenge achtet. Über die ca. 40 Minuten Laufzeit fließen immer wieder zwei Klangbewegungen ineinander, wie Wellen an einem Strand oder vom Wind bewegte Äste eines Baumes. Die Grundbewegung bleibt gleich. Aber kaum merklich ändert sich der Charakter der Sounds: Am Anfang meint man noch, es handele sich um verfremdete Glockenschläge, dann klingt plötzlich alles nach manipulierten Blasinstrumenten, dann wieder nach dem hauchigen Sound eines Harmoniums und schließlich sogar nach seufzenden Vocals. Diese Klangeindrücke erwachsen direkt aus dem Geschehen, ohne Brüche, ohne Andeutungen und Ahnungen. Ein faszinierendes Werk, sehr geeignet für spät nachts auf dem Kopfhörer.
Zipo
www.lineimprint.com
Sylvgheist Maëlström – Lahar CD
8. März 2013 · Keine Kommentare
Sylvgheist Maëlström
Lahar CD
(Connexion Bizarre NCB024)
Aus dem Vermächtnis der 2011 eingestellten Internetplattform Connexion Bizarre ragt dieser Release von Sylvgheist Maelstrom, einem Pseudonym des französischen Produzenten Julien Sylvgheist, heraus (vielleicht noch neben der digitalen Sleazy-Tribute-Compilation). Lahar fasst zwei digitale Minialben zusammen, deren Tracks den Vulkanausbruch des Mt. Saint Helens in den USA im Jahre 1980 thematisieren. Crunchy EBM-Schläge werden mit spannungsgeladenen Atmosphären verknüpft. Manchmal versagen beim Protagonisten die Frühwarnsysteme und er stolpert mitsamt ledernen Halbfinger-Gloves und Fliegerjacke die Kellertreppe runter, dorthin wo die Restbestände von KK Records verfaulen, aber das Gros der Tracks kann durchaus als modern-elegant gelten. Manchmal stutze ich bei der Beschaffenheit der Beats, die etwas billig klingen. Aber was überzeugt und vieles wettmacht ist das gute Gespür für den Aufbau von Spannung, das zieht wirklich gut. Dazu gibt es schöne Fotos im Booklet. Demnächst wieder mehr, nun bei Hands.
Zipo
www.sylvgheistmaelstrom.com


