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Introduction

22. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert

Willkommen im Logbuch.
Hier werden regelmäßig Rezensionen eingestellt. Und zwar nur solche, die nicht in der Printausgabe von aufabwegen erscheinen oder erschienen sind. Das Logbuch ist also als eine Art Ergänzung und Weiterführung der Printausgabe von aufabwegen zu verstehen. Wir möchten das Logbuch dazu nutzen, in aller Kürze auf Tonträger, die uns erreicht haben einzugehen.
Viel Spaß beim Stöbern!
Zipo

Andrey Kiritchenko – Enough Heaven 7″

12. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert

ns70

Andrey Kiritchenko
Enough Heaven 7″
(Nexsound ns70)

Andrey Kiritchenko ist ohne Zweifel der profilierteste Musiker der zeitgenössischen Elektronik aus der Ukraine. Er veröffentlicht regelmäßig auf internationalen Labels, spielt fleißig live und kollaboriert mit anderen Künstlern. Daneben bleibt ihm noch Zeit, das feine Nexsound-Label zu kuratieren, auf dem als eine Art Zwischenschritt hin zu einem neuen Album diese zwei kurzen Tracks erscheinen. Enough Heaven/Heaven Is Not Enough sind zwei fragil arrangierte, fast kammermusikalisch anmutende Stücke, die den Klang akustischer Instrumente, wie Klarinette und Streicher, mit Elektronik verweben. Dabei entstehen prägnante und fast schon poppige Melodien, die ein gewisses melancholisches Bangen trasnportieren. Beide Seiten der durchsichtigen 7″ wirken nicht nur aufgrund der Titelgebung wie Variationen des selben Themas: Nach anfänglichem Zögern fließen die Klänge elegant zusammen und ergeben ein stringentes Ganzes. Das Geisterquartett bittet zum Tanz!
Zipo
www.nexsound.org

Blindhæð ‎– Whether That Will Make People Want To Become Archaeologists, We’ll Have To See 12″

11. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert

iniitu0801

Blindhæð
Whether That Will Make People Want To Become Archaeologists, We’ll Have To See 12″
(ini.itu ‎– #0801)

Es gibt schlechtere Varianten, ein Label zu starten, daher soll dies auch mit acht Jahren Verspätung noch gewürdigt werden! 2008 nahm das feine Vinyl only Label ini itu seinen Anfang mit dieser einseitigen 12″ des uns bisher unbekannten Projekts Blindhæð, der Vermutung nach aus Irland oder Island stammend? Die zwanzigminütige Komposition besticht durch klare Sounds, die in der Dunkelheit leuchten. Zweifellos besteht diese Musik aus unzähligen Klangschichtungen, aus Überlappungen und diffusen Flächen. Und obwohl die Stimmung dunkel ist, wird doch ein gestalteriscehr Wille erkennbar, der eher aus der elektroakustiscehn Musik bekannt ist: knurspelnde Geräusche werden bewusst gesetzt und kjlar inszeniert, grollende Bassflächen dienen nicht der Stimmungsmaceh sondern einer abgezirkelten Grundierung, auf der sich feinste Knistereien und fast schon ironisch platzierte Field Recordings tummeln. 20 Minutwen, die wie im Fluge vergangen sind.
Zipo
www.iniitu.net

Rachel Musson / Mark Sanders / Liam Noble ‎– Tatterdemalion CD

10. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert

BDV13115

Rachel Musson / Mark Sanders / Liam Noble
Tatterdemalion CD
(Babel Label BDV13115)

Wohl dem, der in jeder Lebenslage ein qualifiziertes und differenziertes Urteil parat hat! Ich zähle nicht dazu und haue daher ein relativ plattes Adjektiv raus: “nervig”. Tatterdemalion ist zerhackstückelte, holpernde, brockige Musik, die ohne Ziel zu sein scheint. Die Eskapaden das Saxophons brüllen selbstverliebt drauflos, die Energie überträgt sich nicht auf den Zuhörer (zumindest nicht auf mich). Irgendwie groovt das hier nicht: es heißt immer nur “Patsch, patsch und noch einen drauf!”; das Schlagzeug plumpst dauernd die Treppe runter und auch die überrissenen Keyboardsprengsel, kaum wahrzunehmen, bieten wenig Entlastung. Stressige Musik für stressige Zeiten – Herr Dittmann, übernehmen Sie!
Zipo
www.babellabel.co.uk

Éric Normand – Data (Low-Fi Duets) CD

8. Mai 2016 · Kommentare deaktiviert

mono047

Éric Normand
Data (Low-Fi Duets) CD
(Monotype Records mono047)

Kanada hat ohne Zweifel eine sehr lebendige Improv-Szene. Spannend scheint mir der besondere Crossover zwischen Elektronik und akustischem Instrumentarium zu sein, oder auch die “Musikalität” bei Verwendung von elektrischen Apparaturen (man denke nur an Martin Tetreault, der heir auch vertreten ist). Éric Normand betreibt ein Label in Montreal und ist Mitglied einer großformatigen bläserbasierten Improvcombo namens Le GGRIL. Auf der CD für das polnische, extrem fleissige Monotype-Label, präsentiert er sieben, wie der Titel sie ausweist, “Low-Fi Duets” mit anderen Improvisationsmusiker/innen. Gleich der Einstieg, das Treffen mit der großartigen libanesischen Saxophonistin Christine Sehnaoui Abdelnour, geht in die Vollen: dunkle Basspulse umkreisen kreischend-jauchzende Bläserseufzer, eine fremde Tonsprache entsteht, alles wird immer bizarrer und löst sich schließlich überraschend plötzlich auf. Im vierten Stück, einem weiteren Treffen der beiden, wird alles sehr nebulös und dunkel, fast schon wie synthetischer Horro-Ambient klingend. Verständlicherweise ist der Charakter der sieben in Ausschnitten abgebildeten Impromptu-Meetings stark divergierend, herauszuheben sei hier vielleicht noch das Duo mit dem Synthispieler Mario Gauthier, das den sehr brachial-noisigen Abschluss der CD bildet.
Zipo
www.monotyperecords.com