Clara Maida – In Corpore Vili CD

Clara Maida
In Corpore Vili CD
(DAAD/Edition RZ ed.rz 10017)

Schwerer Stoff in luftig-zehrendem Mantel. Die französische Komponistin Clara Maida sieht sich als Forscherin, die mit ihren Klängen unbewußte, psychische Energieflüsse und ihre Strukturen nachzeichnen will; quasi als autopoetisches Referenzfeld ihrer eigenen Kopfmusik. Die Kompositionen, egal ob groß besetzt oder als Solo verdichtet, rühren ins Mark, krachen, obwohl sie ganz leise sind. Allen Stücken ist ein peinvolles Jauchzen, ein die Zeit dehnendes, sehniges Gestrecktsein zu eigen. In Mutatis Mutandis, eingespielt vom vortrefflichen Ensemble Resonanz, scheint es, als würden die verstärkten Streicher autonome Klangfäden spinnen, die wie totes Gewebe von der Decke einer Fabrikhalle hängen. Unmerklich ergibt sich aus dem vermeintlichen Nebeneinander allerdings ein unsichtbares Zusammenwirken, wie in einem Kraftfeld reißen sich die Töne plötzlich aneinander. Diese kompositorische Bewegung passiert auch in den anderen Stücken, in Doppelklänger (für präpariertes und verstärktes Klavier) sogar im Korpus der Selbstauflösung direkt. Verzweiflung in Ton, nicht ohne Hoffnung.
Till Kniola
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