Florian Wittenburg
17 Clips CD/DVD
(NurNichtNur 313 07 03)

Florian Wittenburg (*1973) verneigt sich auf 17 Clips vor den Komponisten des US-Minimalismus, baut aber eine milde-ironische Distanz mit ein. Die Sequenz der fünf Stücke, quasi in Krebsform um das Titelstück tänzelnd, erinnert augenzwinkernd an eine prominente Kompositionstechnik der Zwölftonmusik. Das im Zentrum stehende, und als einziges mit einem Video auf beiliegender DVD versehene Stück 17 Clips, hat dann aber so gar nichts mit luftigem Minimal Music Stil zu schaffen. Hier geht es in Triobesetzung um das tektonische Verschieben von Tonclustern mittels Cello, Akkordeon und Electronics. Das Video von Marcel Wierckx, mit seinen digitalen Schleifen und Schlangenlinien, empfindet die Bewegungen in 17 Clips behutsam nach. Gegensätzlicher könnten die weiteren Stücke nicht sein: Zwei Mal Für Alina, eine nocturnelnde Vibraphon-Bewegung und 1st bzw. 2nd Patch For Steve Reich, welches Instrumentalklänge (Vibraphon, Marimba) und federnde elektronische Impulse verbindet. In diesen einfachen und transparenten beiden Stücken kommt es immer wieder zu cleveren Umkehrungen der Klangverläufe und somit zu einer Präsentation des Großen im Kleinen, nämlich der musikalischen Ausformulierung der Idee, die hinter der CD als Ganzes steckt. Macht sehr viel Freude!
Zipo
www.florianwittenburg.com