Fovea Hex
The Salt Garden III 10″/MCD
(Janet Records/Headphone Dust/Die Stadt DS121)

Ein leuchtender Stern am schwarzen Himmel unserer Zeit = Clodagh Simonds. Man kann nur dankbar sein, für diese stellare Musik, für diese ätherischen Töne, die das Gemüt wohltuend umspülen. Pathos muss an dieser Stelle sein, denn die Musik von Fovea Hex lebt von Pathos in seiner einzig zulässigen Form: der Übertreibung in der Musik. The Salt Garden III (benannt nach Margaret Atwood?) schließt als 10″ und CD-Single die Sammlung kurzer und eindrücklicher Lieder von Clodagh Simonds ab. Auf der dritten Folge sind vier Tracks enthalten, davon ein Instrumental und eine mit einem Chor eingespielte Nummer. The Land’s Alight erklang in einer rauen Fassung bereits auf dem von aufabwegen organisierten Geräuschwelten-Festival in Münster im Jahr 2016 – irgend einen Vorteil muss die Plackerei ja haben! Ein wunderschöner in zarte Pulse gegossener Seufzer. Gefolgt von einem bedeckten Piano/Streich-Instrumental in anthroposophischen Moll-Farben. Die zweite Seite der 10″ hat es in sich, hier kommen zwei absolut zeitlos traurige, sehr deepe Stücke. A Million Fires setzt einen kräftigen Choral in ein Bett aus fragilen Harmonium-Akkorden und liefert mit den Lyrics „Don’t worry – I have a million fires for you / you just call my name.“ eine Phrase, die man sich einfach gerne an die Wand hängen würde. The Given Heat scheint von der Aufklärung der Gedanken zu handeln, vielleicht auch vom Kampf gegen Trübsal und ähnlichen Bürden. Text und Klang sind auf ungewöhnliche Weise miteinander verbunden, bis in einem drängen Vielklang die Auflösung folgt und die Sonne durch die Wolken gebrochen ist. Wunderbar! In der limitierten Fassung der 10″ gibt es zusätzlcih zur dreingegebenen CD-Single eine weitere MCD mit vier Remixes von Steven Wilson, der ja gemeinsam mit Jochen Schwarz auch für die Herausbringung der Musik von Fovea Hex verantwortlich zeichnet. Diese Remixes oder vielmehr Neuinterpretationen greifen die schwebenden Elemente der Originalstücke auf und verstärken diese zu kammermusikalischen oder synthetischen kleinen Perlen; manchmal unter beibehaltung von stimmlichen Fragmenten, manchmal als träumerische Instrumentals. Insgesamt wirklich eine im Wortsinn schöne und dezidiert weiche Musik, die so gar nicht in unsere coole und vermeintlich aufgeklärte Zeit passen will.
Zipo
www.janetrecords.com