Dissecting Table
Presentative Realism CDR
(UPD Org / UPD 165)

Das Projekt Dissecting Table von Ichiro Tsuji trat Mitte der 1980er Jahre auf den Plan und zählt somit zur zweiten Welle der japanischen Noise Projekte. Wie viele Akteure des Genres zeichnete sich Dissecting Table vor allem durch überbordende Produktivität, das Betreiben eines eigenen Labels und die Verwendung von außermusikalischen Gegenständen zur Klangerzeugung (Metall u.ä.) aus. Ich habe DT gedanklich immer mit K2 in Zusammenhang gebracht, ohne dies weiter begründen zu können. Schön jedenfalls zu sehen, dass Tsuji weiterhin aktiv ist und seine Klangpalette vom konfrontativen Noise etwas wegentwickelt hat. Die fünf Stücke auf Presentative Realism sind zwar immer noch „laut“ und dicht, zeichnen sich gegenüber dem früheren Output aber durch eine fast schon spassige Chaotik und gewisse Verspieltheit aus. Es klingt so, als würden wir sabotierten Morseübertragungen lauschen oder eienr Oper, von Aliens gesungen. Es fiept, brutzelt und stottert ununterbrochen. Dynamisch, erfrischend und ohne Verbissen zu klingen. Ein Abgesang auf unsere elektronischen Kommunikationswege, eine Modellierung der akkustischen Vermüllung der Umwelt. Stand 2017. Tsuji ist selbstverständlich 30 Releases weiter…
Zipo