Philippe Petit
Ear Me In CD
(Bolt BR 1030)

Ich kenne kaum einen Musiker, der DIY-Haltung und kompositorische Finesse so leichtfüßig miteinander verbindet wie Philippe Petit. Dies liegt womöglcih unter anderem daran, dass Petit das Turntablespiel als wichtigen Bestandteil seiner künstlerischen Praxis einsetzt und in fast allen Kontexten seines Schaffens beibehält; was unweigerlich pop- und subkulturelle Assoziationen weckt. Auch die zwei langen Stücke auf Ear Me In bilden da keine Ausnahme – die titelgebende Nummer setzt mit Vinylcrackles und verfremdeten Gamelanklängen ein und verflüssigt die andere weniger griffige konkrete Sounds zu einem abstrakt pulsierenden Klangstrom. Petit kombiniert sampleartige Fundstücke aus der Musikgeschichte mit selbst erzeugten Geräuschen auf Instrumenten der Marke Eigenbau, wie seinem „amplified wood tablet“. So entsteht ein quasi auf sich selbst bezogener Exotismus, ein augenzwinkerndes Staunen über sich selbst, über die Fülle der formbaren Geräusche in direktem Zugriff des Komponisten. Der Vielklang der Geräusche, die hier mühelos mitenander korrespondieren, macht den Reiz der Musik von Philippe Petit aus.
Zipo
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